Trauma
antichronologisch sortiert
Blogbeitrag vom 4. August 2025
Unsichtbare Gewalt
Arbeitsversion
Du lächelst mir ins Gesicht,
deine Gewalt trifft mich.
Ich sehe sie nicht.
Was darf ich fühlen?
Was noch benennen?
Was für mich fassen?
Deine Worte schleudern,
pfeffern ihr Gewicht.
Meine Würde siehst du nicht.
Deine Fehler trage ich.
Die anderen sagen nichts.
Keine Hilfe für mich.
Als die Worte auf mich prallten,
war ich mir selbst verpflichtet,
meine Existenz zu halten.
— Ulrike Tabor (Riike)
Entstanden im August 2025
Das Gedicht thematisiert die Erfahrungen mit verbaler und emotionaler Gewalt. Es erzählt von der Ohnmacht und dem Schmerz, die aus solchen Erfahrungen resultieren und die langfristige Folgen mit sich tragen können.
Blogbeitrag vom 20. April 2025
Triggerwarnung: Dieses Gedicht behandelt Themen der Angst, Einsamkeit und Schmerz sowie die Tode, die wir sterben müssen, um zu heilen.
Finsteres Licht
Ich kann nicht vorm finsteren Licht wegrennen,
wenn es mich immer wieder besucht:
mit dem Entsetzen, dem Ekel, den Schmerzen.
Ich werde nicht loslassen,
wenn sie zu mir ruft:
die Angst, die Einsamkeit, die Qual.
Ich werde im Beisein meiner selbst atmen,
sie umarmend:
die Panik, die Hilflosigkeit, die Dissoziation.
Dein Lachen hat das reine Licht gesehen,
meines den Tod.
Die Kälte, die Macht, die Gier –
sie haben sich in meine Weisheit geschrieben,
das Leben zu wissen.
— Ulrike Tabor (Riike)
Entstanden im April 2025
Blogbeitrag vom 24. März 2025
Während mein Schweigen bricht
Es ist dieses betretene Schweigen, das eine Gesellschaft erfüllt,
sobald ein Trauma den Raum betritt.
Viele Menschen wollen schöne Geschichten hören,
sich nicht belasten, dennoch fragen sie, wie es einem geht.
Es bleibt verwirrend.
Das Eigentliche lässt sich nicht erzählen.
Die tragenden Schmerzen, die Angst an bestimmten Orten, der tägliche Mut.
Darauf so oft das Schweigen, statt ein liebendes Wort.
Einen Teil von mir ausklammern, der meine Biografie enthält.
An fast jedem Ort.
Während das Trauma spricht,
enthüllt ein Schweigen die verstummte Gesellschaft.
— Ulrike Tabor (Riike)
Entstanden im März 2024